Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (engl. antibody–drug conjugates, ADCs) sind zielgerichtete Krebsmedikamente, die einen monoklonalen Antikörper mit einem hochwirksamen zytotoxischen Wirkstoff kombinieren. Ein ADC besteht aus drei Komponenten:
- einem Antikörper, der spezifisch ein Tumorantigen erkennt
- einem zelltoxischen „Payload“ (z. B. ein Chemotherapeutikum)
- einem chemischen Linker, der beide verbindet
Wirkprinzip:
Der Antikörper bindet gezielt an Oberflächenstrukturen von Tumorzellen. Nach der Bindung wird das gesamte Konjugat in die Zelle aufgenommen, der Wirkstoff freigesetzt und führt dort zum Zelltod. Dadurch wird die Toxizität stärker auf Tumorzellen fokussiert und gesunde Gewebe werden vergleichsweise geschont.
Beim Ovarialkarzinom werden bestimmte Oberflächenantigene therapeutisch genutzt. Ein wichtiges Beispiel ist das ADC Mirvetuximab Soravtansine, das gegen den Folatrezeptor-α (FRα) gerichtet ist. Dieser ist bei vielen Ovarialkarzinomen überexprimiert. Das Medikament wird insbesondere bei vorbehandelten Patientinnen mit FRα-positiven Tumoren eingesetzt.
